Transsexualität

Der Reiz des Außergewöhnlichen: Crossdresser, Transgender und Sissy Boys

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Wirft man einen Blick in die Suchanfragen, über die die Besucher meiner Seite zu mir gelangt sind, dann fällt auf, dass sich die wenigsten um das Thema Transsexualität und Aufklärung drehen. Vielmehr ist ein Großteil auf der Suche nach besonderen Inhalten und Menschen, was auch heute noch den Reiz für viele Meschen ausmacht: Es geht um das Vermischen der Geschlechtergrenzen, das Aushebeln festgelegter Kategorien und das Erfüllen von erotischen Fantasien.

Auf der Suche nach neuen Erfahrungen

Es ist eigentlich ein tägliches Ritual: Ich schaue in mein Mailfach und ignoriere die Nachrichten, die nichts weiter als ein Herz beinhalten. Ein paar wenige haben sich dann doch die Mühe gemacht, ein paar Zeilen zu schreiben. Meistens Männer, obwohl überall steht, dass ich lesbisch bin und somit also auf Frauen stehe. Dies ist dem Großteil aber egal, denn sie sind nur auf eines aus: Ein Abenteuer. Bei (anscheinend) vielen Männern gibt es die Fantasie, einmal mit einer transsexuellen Frau schlafen zu wollen. Es lockt der Reiz des Außergewöhnlichen. Ist es genauso wie mit einer Cis-Frau? Oder vielleicht besser? Für viele hat es sicherlich auch die Anmutung, etwas Verbotenes zu tun. Nicht wenige von denen, die sich bei mir melden, sind mit einer Frau auf ihrem Profilbild zu sehen und oftmals reicht ein näherer Blick und man weiß, dass sie eigentlich in festen Händen sind. Ganz egal ob verheiratet (oftmals auch mit Kindern) oder in einer Beziehung. Und trotzdem fragen sie nach einem Treffen und Kennenlernen. Manche kommen gleich zum Punkt und fragen nach intimen Kontakten. Somit werden zwei Dinge klar: Sie wollen mal etwas neues ausprobieren und sie sehen transsexuelle Frauen als ein Spielzeug.

Und ich kann es ihnen nicht verübeln, denn schließlich gibt es zahlreiche Trans*Mädels, die genau das bieten. Selbst Crossdresser räkeln sich in Spitzenhöschen, Strapsen und High Heels auf Bildern und erfreuen sich über jeden Kommentar. Selbst über die, die sich eindeutige Handlungen von der Abgelichteten wünschen. Und somit werden beide Seiten bedient: Diejenigen, die ganz speziell nach so etwas gesucht haben, weil es sie anmacht und diejenigen, die durch die Bilder Selbstbestätigung erlangen und Befriedigung. Die Fantasien werden gestillt. Gerade aus den arabischen Ländern, in denen ja Homosexualität und Transsexualität nicht wirklich erlaubt sind, sind viele Männer auf der Suche nach der besonderen Frau und wissen ganz genau was sie wollen. Und dank des Internets bekommen sie die Möglichkeiten dazu, was ihnen in ihrem eigenen Land verwehrt ist. Dabei sind einige Männer auch auf der Suche nach ganz besonderen Trans*Menschen: Den sogenannten SheMales oder auch Ladyboys. Natürlich gibt es zu dem Thema Zeitschriften, Filme, Comics und vieles mehr. Und auch wenn Großteil der Männer mit diesen Fantasien nicht homosexuell ist, so gibt es viele, die sich ebenfalls gerne einmal auf ein solches Abenteuer einlassen würden. Gerade Thailand ist ein Paradies für diese Suchenden. Und die Mädchen dort, sind bereit ihnen diese Wünsche zu erfüllen. Oftmals auch, weil es für sie die einzige Möglichkeit ist, als transsexuelle Frau Geld zu verdienen. Und leider ist dieses Bild auf der ganzen Welt vorzufinden.

Das Fördern der eigenen Fantasien

Bei vielen Suchanfragen handelt es sich um Geschichten über Crossdressing, Körpertausch oder erotische Fantasien, die mit diesen Dingen einhergehen. Die meisten werden sicherlich enttäuscht sein, wenn sie bei meinen gesammelten Märchen und Sagen landen, die zwar alles enthalten, aber viel zu weit von der Realität entfernt sind. Denn eigentlich sind viele auf der Suche nach Geschichten über Crossdresser (oder auch Transvestiten, DWT (Damewäscheträger) und Sissy Boys. Ganz egal, ob darin das Tragen der Kleidung vom anderen Geschlecht gewünscht oder erzwungen war, es werden zahlreiche Fantasien bedient. Selbst die erotischen. Mit diesen Geschichten dürfte es somit für viele möglich sein, von erdachten Erfahrungen zu lesen und Dinge zu erleben, die für sie selbst nicht in Frage kommen, da auch heute noch viele ihre Weiblichkeit nur im Verborgenen ausleben. Häufig wird es auch dazu genutzt, um die eigenen Fantasien mit Gleichgesinnten zu teilen. In den Weiten des Internets gibt es zahlreiche Plattformen dafür, mit Geschichten aus allen erotischen Richtungen. Selbst in manchen Trans*Foren gibt es gesonderte Bereiche dafür. Und sie erfreuen sich großer Beliebtheit. Denn das Ausleben der eigenen Fantasien ist wichtig. Und manche haben nur das, denn es fehlt ihnen der Mut, es auch öffentlich auszuleben. Das Faible für den Rollenwechsel zieht sich hierbei durch alle Schichten: Vom Arbeitslosen über den Angestellten bis zum großen Firmenchef. Gerade Dominanz spielt dabei ein wichtiges Thema, „Forced Feminization“ genannt – Die erzwungene Feminisierung. Zu finden ist diese erotische Fantasie nicht nur in Geschichten, sondern auch in Comics und in Filmen. Und das schon seit vielen Jahrzehnten. Es ist also keine Erfindung der Neuzeit. Wirft man zudem einen Blick in meine Märchensammlung, dann erfährt man auch, dass dieses Thema die Menschen schon seit Jahrtausenden beschäftigt.

Eine große Nachfrage, doch ich bleibe mir treu

Nicht nur meine Suchanfragen zeigen mir, was eindeutig gewünscht wird, sondern auch die zahlreichen persönlichen Nachrichten, die ich über meine Seite sowie die sozialen Netzwerke bekomme. Da geht es ganz speziell um die Nachfragen für Sextreffen und Nacktbilder, die ich freundlich ablehne. Auch die Anfragen für Verlinkungen zu erotischen Seiten und Content werden von mir strikt verneint. Einzig allein die Shops für Crossdresser bilden eine Ausnahme, weil man nicht immer klar trennen kann, aber für viele es trotzdem eine Hilfe bedeutet. Es wird auf meiner Seite auch keine erotischen Inhalte geben, denn mein Ziel war es stets, das Thema Trans* aus der Schmuddelecke zu holen und mit Normalität zu behaften. Schließlich will ich auch als ganz normale Frau gesehen werden und nicht als Paradiesvogel. Aber ich verstehe auch, dass diese anderen Lebensweisen und Fantasien genauso ihre Berechtigung haben, sie werden bloß keinen Platz auf meiner Seite finden. Doch wer etwas „Besonderes“ sucht, der wird es auch finden, schließlich ist das Internet groß genug, für all die verschiedenen Spielwiesen.

Das Titelbild ist übrigens von dem Künstler Eric Stanton, der im Großteil seines Werks Szenen weiblicher Dominanz darstellt. In einigen seiner späteren Arbeiten stellte er zudem auch bisexuelle, homosexuelle und Transgender-Motive in das Zentrum seines Schaffens.

2 Kommentare

  1. Hi Stella, gutes Statement, kann ich gut nachvollziehen.
    Kleine Anmerkung zum Artikel:“……
    Es wird auf meiner Seite auch keine erotischen Inhalte geben, denn mein Zeil war es stets, das Thema Trans* aus der….“
    Schreibfüller bei Ziel steht Zeil
    Liebe Grüße

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