Transsexualität

Wie heißt es richtig?

In letzter Zeit wird oft über Trans*Menschen in der Presse berichtet, ich selbst bin da ja keine Ausnahme. Doch trotzdem wird noch immer mit falschen Begriffen jongliert, wenn es darum geht einen Bericht über Trans* zu verfassen. Hier mal einige der am häufig auftretenden Fehler:

  • Geschlechtsumwandlung: Auch wenn es für viele so scheint, müsste es richtig Geschlechtsangleichung heißen. Den der/die Betroffene gleicht ihren Körper, dem inneren Befinden an. Durch die abschließende OP (wenn sie angestrebt wird) wird also der Körper dem (seit Geburt vorhandenen) Geschlecht angepasst.
  • Ist als Junge/Mädchen geboren: Da sich die betroffenen Personen ja nicht aus einer Laune heraus dafür entschieden haben das Geschlecht zu wechseln, müsste es richtig heißen „Ist im Körper eines Jungen/Mädchen geboren“.
  • Wäre lieber ein(e) Mann/Frau: Da es ja nicht die eigene Entscheidung ist, einen Körper zu haben, der nicht zum gefühlten Geschlecht passt, hat es also damit nichts zu tun. Trans*Menschen hätten gern einen weiblichen/männlichen Körper, passend zu ihrem Empfinden.
  • Ist nun ein(e) Mann/Frau: Wird oft benutzt damit es einfach interessanter für die Leser klingt. In Wirklichkeit war die betroffene Person es schon immer, nur ihr Körper eben nicht, der durch Hormone und OPs nur dem eigentlichen Empfinden angepasst wurde.
  • Männer, die sich als Frau fühlen (oder andersrum): Wäre zumindest in Zusammenhang mit Transsexualität falsch. Für Transvestiten, Crossdresser und wie die verschiedenen Spielformen alle heißen, würde es wiederum passen. Es müsste nur ein „zeitweise“ eingefügt werden. Bei Transsexellen sieht nur die Außenwelt den Mann oder die Frau. Die betroffenen Personen wissen aber ganz genau wer oder was sie sind.

Das sind nur ein paar der Aussagen, welche immer wieder falsch benutzt werden. Es gibt natürlich noch einige mehr, aber die sehe ich selbst nicht als so kritisch an (wie z.B. „Stella, die mal füher Stephan war“), denn das ist bei vielen Sachen dann schon jammern auf dem höchsten Niveau und schadet eher der Sache, als dass es sie unterstützt. Ich finde es ja schon gut wenn überhaupt über das Thema berichtet wird. Auch wenn viele immer denken, es wäre jetzt nur eine Modererscheinung. Wenn das wirklich so wäre, dann wäre es eine, die sich mit tausenden von Jahren schon ziemlich lange gehalten hat.

Aber nicht nur falsch benutzte Aussagen erhitzen die Gemüter, sondern auch wie Begriffe wie Transsexualität und Transgender eingestetzt werden. Doch da gibt es auch viele Streitigkeiten in den Gruppen untereinander. Es gibt einige Hartliner für die es zum Beispiel wichtig ist, dass es nicht Transsexualität sondern Transidentität heißen muss, denn das Ganze hat nichts mit Sexualität zu tun sondern eher mit der eigenen Identität. Auch gibt es etliche Diskussionen darüber ob Transgender als Überbegriff zu sehen ist oder neben Transsexualität und Intersexualität stehen soll. Aber all das ist Schubladendenken und wird von jedem anders ausgelegt. Deshalb hatten wir uns hier in Dresden vor über 10 Jahren dazu entschieden Trans* als Überbegriff zu nehmen, egal welches Ziel die jeweilige Person anstrebt. Für uns gibt es Trans*Männer, Trans*Frauen, Trans*Menschen …

zwischen-pegida-und-aufklärung

2 Kommentare

  1. Einen kleinen „Dreher“ vieleicht richtig stellen:

    Geschlechtsumwandlung: Auch wenn es für viele so scheint, müsste es richtig Geschlechtsangleichung heißen. Den der/die Betroffene gleicht ihren Körper, dem inneren Befinden an. Durch die abschließende OP (wenn sie angestrebt wird) wird also(!!!) der Körper dem (seit Geburt vorhandenen) Geschlecht angepasst.

Kommentar verfassen